Geothermie für Ihr Zuhause: Was Sie vor der Installation wissen müssen

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Wussten Sie, dass die Geothermie unter unseren Füßen mit jedem 33-Meter-Abstieg um etwa 1°C zunimmt? Diese erstaunliche natürliche Ressource bietet uns eine konstante Wärmequelle von 8 bis 12 Grad Celsius, die unabhängig von Jahreszeiten oder Witterungsverhältnissen verfügbar ist.

Tatsächlich erreicht eine Erdsondenheizung in 200 Metern Tiefe bereits Temperaturen von etwa 16°C. Noch beeindruckender ist, dass moderne Erdwärmepumpen aus einer Kilowattstunde Strom etwa 4 Kilowattstunden Wärmeenergie erzeugen können – ein Wirkungsgrad von über 400 Prozent! Deshalb lohnt es sich, die Geothermie einfach erklärt zu verstehen und die Kosten der Geothermie genauer zu betrachten, besonders wenn man bedenkt, dass die jährlichen Betriebskosten durchschnittlich nur etwa 800 CHF betragen – lediglich 25% der Kosten einer herkömmlichen Heizungsanlage.

In diesem Artikel erklären wir Ihnen, wie Geothermie funktioniert und was Sie vor der Installation wissen müssen. Darüber hinaus zeigen wir, warum diese Technologie nicht nur nahezu geräuschlos und emissionsfrei arbeitet, sondern auch erheblich zum Klimaschutz beiträgt. Lassen Sie uns gemeinsam eintauchen in die Welt der Erdwärme und herausfinden, ob sie die richtige Lösung für Ihr Zuhause ist.

Was ist Geothermie und wie funktioniert sie?

Die im Erdinneren gespeicherte Wärmeenergie, auch als Geothermie oder Erdwärme bekannt, stellt eine der bedeutendsten regenerativen Energiequellen dar. Diese Energie entsteht hauptsächlich durch den Zerfall natürlich vorkommender radioaktiver Elemente sowie durch die in den oberen Erdschichten gespeicherte Sonnenenergie.

Geothermie einfach erklärt

Geothermie bezeichnet die im zugänglichen Teil der Erdkruste gespeicherte Wärme, die als erneuerbare Energiequelle genutzt werden kann. Diese Wärmeenergie stammt teilweise noch aus der Entstehungszeit der Erde und teilweise aus radioaktiven Zerfallsprozessen im Erdinneren. Im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energiequellen ist Geothermie nicht von Wettereinflüssen abhängig und kann das ganze Jahr über annähernd ununterbrochen umweltfreundlichen Strom und Wärme liefern.

Die Nutzung dieser Erdwärme erfolgt über verschiedene Methoden. Vertikale Erdwärmesonden, Grundwasserbrunnen, Geostrukturen (Fundationspfähle, Schlitzwände) und warme Tunnelwässer werden meist in Verbindung mit einer Wärmepumpe zu Heiz- und in manchen Fällen auch zu Kühlzwecken eingesetzt. Eine Erdwärmeheizung arbeitet dabei ähnlich wie ein umgekehrter Kühlschrank: Sie entzieht dem Untergrund Wärme und gibt diese an das Haus ab.

Temperaturverlauf im Erdreich

Der Temperaturverlauf im Erdreich ist entscheidend für die Nutzung der Geothermie. Bereits ab etwa 15 Metern Tiefe bleibt die Bodentemperatur das ganze Jahr über konstant. In einer Tiefe von 100 Metern beträgt die Temperatur ungefähr 12-13°C. Danach nimmt die Temperatur in der Schweiz pro Kilometer Tiefe um rund 30°C zu. In Deutschland hingegen steigt die Temperatur in der Erdkruste durchschnittlich nur um 3 Kelvin pro 100 Meter an.

Folglich erreicht die Temperatur in 2.000 Metern Tiefe etwa 60-80°C und in 5.000 Metern Tiefe sogar 150-200°C. Diese Temperaturzunahme wird als geothermischer Gradient bezeichnet und variiert je nach geologischen Gegebenheiten.

Der oberflächennahe Bereich (bis ca. 20 m) wird allerdings stark von äußeren Faktoren wie Sonneneinstrahlung, Lufttemperatur und Niederschlägen beeinflusst. Erst darunter beginnt der Bereich, in dem der geothermische Wärmefluss dominiert.

Unterschied zwischen oberflächennaher und tiefer Geothermie

Bei der Geothermie unterscheidet man zwischen zwei Hauptformen:

Die oberflächennahe Geothermie umfasst die Nutzung von Erdwärme bis zu einer Tiefe von 400 Metern. Hier liegen die Temperaturen meist zwischen 8 und 20°C. Diese vergleichsweise geringen Temperaturen müssen durch Wärmepumpen auf ein nutzbares Niveau angehoben werden. Typische Anwendungen sind:

  • Erdwärmesonden (100-300 Meter tiefe U-Rohre)
  • Erdwärmekollektoren (in geringer Tiefe verlegt)
  • Grundwasserbrunnen
  • Energiepfähle

Die tiefe Geothermie hingegen erschließt Wärmereservoire ab 400 Metern Tiefe. Bei diesen Tiefen können Temperaturen über 40°C erreicht werden, wodurch bedeutende Energiemengen zur Verfügung stehen. Ab etwa 100°C ist sogar eine wirtschaftliche Stromerzeugung möglich. Bei der tiefen Geothermie unterscheidet man zwei Systeme:

  1. Hydrothermale Systeme: Nutzung natürlich vorhandener Thermalwässer in tiefliegenden, wasserdurchlässigen Gesteinsschichten.
  2. Petrothermale Systeme: Nutzung der Wärme aus heißem, trockenem Gestein mithilfe des Hot-Dry-Rock-Verfahrens, bei dem Wasser unter Druck in das Gestein gepresst wird[52].

Die Geothermie stellt insbesondere in der Schweiz ein enormes Potenzial dar. Das gesamte Energie-Potenzial durch Erdwärmesonden liegt, bezogen auf die Siedlungsfläche, rund viermal höher als der gesamte heutige Raumwärme- und Warmwasserbedarf des Kantons Thurgau.

Technik im Detail: Erdsonden und Wärmepumpen

Für die Nutzung der Erdwärme in Ihrem Zuhause ist die richtige Technik entscheidend. Erdsonden und Wärmepumpen bilden dabei das Herzstück einer modernen Geothermie-Anlage, die effizient und umweltfreundlich arbeitet.

Wie funktioniert eine Erdsonde?

Eine Erdwärmesonde ist ein Wärmeübertrager, der in ein vertikal oder schräg verlaufendes Bohrloch eingebracht wird. Der am häufigsten verwendete Typ besteht aus Doppel-U-Sonden – parallelen Polyethylen-Kunststoffrohren, die am unteren Ende U-förmig verbunden sind. Zunächst wird mit einer mobilen Bohranlage eine 140 bis 180 mm breite Bohrung niedergebracht. Anschließend wird das Sondenbündel eingeführt, und der verbleibende Hohlraum mit einer speziellen Bentonit-Zement-Suspension verpresst. Diese Versiegelung verbessert nicht nur die Wärmeübertragung, sondern verhindert auch die Vermischung verschiedener Grundwasserschichten.

Die Tiefe einer Erdsondenbohrung variiert je nach geologischen Gegebenheiten und liegt beim Wohnungsbau zwischen 50 und 300 Metern. Für ein gut wärmegedämmtes Einfamilienhaus ist meist eine einzige Bohrung von 120 bis 150 m Tiefe ausreichend.

Geothermie-Wärmepumpe im Einsatz

Eine Geothermie-Wärmepumpe funktioniert ähnlich wie ein umgekehrter Kühlschrank. Während ein Kühlschrank dem Innenraum Wärme entzieht und nach außen abgibt, entnimmt die Wärmepumpe der Umgebung (in diesem Fall dem Erdreich) Wärme und gibt sie an das Heizsystem ab.

Im Betrieb wandelt die Wärmepumpe die geothermische Energie in nutzbare Wärmeenergie um. Darüber hinaus kann die Anlage im Sommer auch zur Kühlung des Gebäudes genutzt werden. Diese sogenannte passive Kühlung nutzt die im Vergleich zur Umgebungsluft kühleren Temperaturen des Erdreichs, indem nur die Wärmeträgerflüssigkeit umgewälzt wird.

Die Effizienz einer Wärmepumpe wird durch die Jahresarbeitszahl ausgedrückt. Eine Jahresarbeitszahl von 4,5 bedeutet, dass die Wärmepumpe aus 1 Kilowattstunde Strom 4,5 Kilowattstunden Wärme erzeugt. Die meisten Erdwärmepumpen erreichen Werte deutlich über 4,5.

Solekreislauf und Wärmetransport

Der Solekreislauf bildet das Verbindungsglied zwischen Erdsonde und Wärmepumpe. In den Rohren zirkuliert eine Sole – ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel. Mit Hilfe einer Umwälzpumpe wird diese Flüssigkeit durch die Erdwärmesonde gepumpt und erwärmt sich dabei durch die Erdwärme.

Allerdings kann die Sole nicht wärmer werden als das umgebende Gestein. Die erwärmte Flüssigkeit strömt zum Wärmeübertrager der Wärmepumpe, wo ihr durch Verdampfungskühlung die Wärme entzogen wird. In der Wärmepumpe selbst nimmt ein Kältemittel die Wärme der transportierten Sole auf und verdampft. Eine nachgeschaltete Pumpe erhöht dann den Druck und verdichtet den Dampf des Kältemittels. Durch diesen Prozess steigt die Temperatur und erwärmt das Wasser des Heizkreislaufs.

Systeme: Erdsonde vs. Flächenkollektor

Für die Nutzung von Geothermie stehen hauptsächlich zwei Systeme zur Verfügung:

Erdsonden werden vertikal in Tiefen von 50 bis 200 Metern eingebracht und nutzen die konstante Temperatur tieferer Erdschichten. Sie benötigen wenig Platz an der Oberfläche und liefern ganzjährig einen hohen Wirkungsgrad durch die konstante Temperatur im Erdreich. Im Gegensatz dazu sind sie in der Installation teurer und benötigen eine wasserrechtliche Erlaubnis.

Flächenkollektoren hingegen werden horizontal in einer Tiefe von etwa 1,2 bis 1,5 Metern verlegt. Sie sind kostengünstiger in der Installation, benötigen jedoch eine größere Fläche. Folglich sind sie anfälliger für saisonale Temperaturschwankungen, da sie hauptsächlich die von der Sonne und Niederschlägen im Erdreich gespeicherte Wärme nutzen.

Die Entscheidung zwischen beiden Systemen hängt von den spezifischen Standortbedingungen, dem verfügbaren Budget und dem vorhandenen Platz ab.

Planung und Genehmigung der Anlage

Bevor ich mit der Installation einer Geothermieanlage beginnen kann, muss ich einige wichtige Planungsschritte durchführen und die erforderlichen Genehmigungen einholen. Eine sorgfältige Planung ist der Schlüssel zum Erfolg meines Projekts.

Standortanalyse und Platzbedarf

Zunächst muss ich feststellen, ob mein Grundstück für eine Geothermieanlage geeignet ist. In Deutschland sind etwa 75% der Wohngebäude für den Einbau einer Wärmepumpe geeignet. Die geologischen Dienste stellen interaktive Karten zur Verfügung, die Informationen zur geothermischen Eignung eines Grundstücks enthalten. Besonders wichtig ist dabei die Wärmeleitfähigkeit des Bodens – je höher dieser Wert (in W/(mK)), desto besser kann das Gestein Wärme transportieren.

Bei der Planung muss ich zudem ausreichend Platz einkalkulieren. Zu Gebäuden ist ein Mindestabstand von mindestens zwei Metern einzuhalten. Die VDI-Richtlinie empfiehlt außerdem einen minimalen Abstand von 6 Metern zwischen Erdwärmesonden, wenn diese tiefer als 50 Meter sind. Um thermische Beeinflussungen zwischen benachbarten Anlagen zu vermeiden, wird ein Abstand von 5 Metern zur Grundstücksgrenze empfohlen.

Bohrtiefe und geologische Voraussetzungen

Die Bohrtiefe ergibt sich aus der Heizlast meines Gebäudes und der Bodenbeschaffenheit am Standort. Die maximale Bohrtiefe liegt üblicherweise bei 100 Metern, da hier nur die Genehmigung des Bauamts und der Wasserbehörde erforderlich sind. Bei tieferen Bohrungen muss zusätzlich das Bergbauamt genehmigen.

Wenn die Erdschichten weicher sind, kann tiefer gebohrt werden als bei Felsschichten. Manchmal können statt einer tiefen Bohrung auch zwei weniger tiefe Bohrungen ausreichen. In der Schweiz nimmt die Temperatur in der Tiefe mit jedem Kilometer um rund 30°C zu. Bei ungenügender Bodenbeschaffenheit können auch Flächenkollektoren in mindestens 1,5 Meter Tiefe als Alternative erwogen werden.

Notwendige Genehmigungen in der Schweiz

In der Schweiz benötigen Erdwärmeanlagen grundsätzlich eine kommunale Baubewilligung. Die Standortgemeinde prüft das Gesuch und stellt beim Kanton Antrag auf Genehmigung. Der Prozess beginnt mit der Prüfung, ob am vorgesehenen Standort Erdwärmesondenbohrungen möglich sind.

Die Gesuchsunterlagen bestehen aus:

  • Bewilligungsgesuch für Erdwärmesondenbohrungen
  • Situationsplan mit vermassten Erdsondenstandorten
  • Baugesuchsformular des Departements für Bau und Umwelt

Darüber hinaus bietet die interaktive Anwendung “kann-ich-bohren.ch” die Möglichkeit, mit einem Klick abzuklären, ob an einem bestimmten Standort eine Bohrung für eine Erdwärmesonde durchgeführt werden darf.

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Sicherheitsstandards und Fachfirmen

Die Durchführung von Erdwärmebohrungen darf ausschließlich durch zertifizierte Fachbetriebe erfolgen. Diese müssen über die notwendigen Zulassungen und Erfahrungen verfügen, da unfachmännische Bohrungen Umweltschäden verursachen können. Deshalb ist es entscheidend, dass der ausführende Fachbetrieb eine Betriebshaftpflichtversicherung besitzt, die im Schadensfall greift.

Nach Abschluss der Bohrarbeiten ist die Bohrdokumentation dem Amt für Umwelt abzugeben. Außerdem muss für den Bohrschlamm, der als Abwasser gilt, eine fachgerechte Entsorgung gewährleistet sein. Die Behandlung erfolgt nach dem Interkantonalen Merkblatt Baustellen und darf weder versickern noch in Bäche oder Kanalisationen geleitet werden.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Die Entscheidung für eine Geothermieanlage ist eine Investition in die Zukunft. Obwohl die Anschaffungskosten höher sind als bei konventionellen Heizsystemen, überzeugen die langfristigen wirtschaftlichen Vorteile. Werfen wir einen detaillierten Blick auf die Finanzen.

Kosten Geothermie: Anschaffung und Installation

Die Anschaffungskosten einer Erdwärmepumpe variieren je nach Modell und Leistungsklasse zwischen 10.000 und 15.000 €. Hinzu kommen Installationskosten inklusive Speicher, die sich auf weitere 10.000 bis 15.000 € belaufen. Der größte Kostenfaktor ist jedoch die Erschließung der Wärmequelle.

Bei Erdsonden kostet eine 100 Meter tiefe Bohrung etwa 100 € pro Meter. Für eine typische Erdwärmepumpe mit zwei 100-Meter-Bohrungen müssen Sie für die Erdsondenbohrung etwa 20.000 € einkalkulieren. Diese Kosten beinhalten:

  • Baustelleneinrichtung (250-750 €)
  • Bohrungskosten
  • Verpressen der Bohrung und Sondeneinbau
  • Entsorgung von Bohrschlamm
  • Genehmigungsgebühren (150-500 €)
  • Geologisches Gutachten

Alternativ sind Flächenkollektoren mit 15 bis 25 € pro m² günstiger. Bei einem Einfamilienhaus müssen Sie etwa 225 bis 300 m² einplanen, was Kosten von 3.400 bis 7.500 € bedeutet, zuzüglich ca. 3.500 € für die Verlegung.

Die Gesamtkosten für eine Erdwärmepumpe im Einfamilienhaus liegen somit zwischen 28.550 und 51.250 €.

Betriebskosten im Vergleich zu Öl und Gas

Die jährlichen Betriebskosten einer Erdwärmepumpe betragen zwischen 700 und 1.400 €. Den größten Anteil haben die Stromkosten, die je nach Vertrag variieren. Hinzu kommen Wartungskosten von bis zu 300 € und eventuelle Versicherungskosten von 100 bis 200 €.

Im Vergleich zu konventionellen Heizsystemen sind die Betriebskosten einer Erdwärmepumpe deutlich niedriger. Während für eine Ölheizung jährliche Heizkosten von etwa 1.800 bis 2.500 € anfallen, liegen die Kosten bei einer Gasheizung bei 1.500 bis 2.200 €.

Die hohe Effizienz einer Erdwärmepumpe wird durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) ausgedrückt. Bei Erdwärmepumpen liegt die JAZ mit Erdsonden zwischen 4,8 und 5,3, mit Erdkollektoren bei 4,5 bis 5. Das bedeutet, dass die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom bis zu 5,3 Kilowattstunden Wärme erzeugt.

Amortisationszeit und Lebensdauer

Die Amortisationszeit einer Erdwärmepumpe beträgt in der Regel 10 bis 15 Jahre. Diese Zeit hängt vom Wärmebedarf, der Vorlauftemperatur und den regionalen Gegebenheiten ab. Das größte Potential hat der Südwesten Deutschlands aufgrund der dortigen geologischen Bedingungen und des Klimas.

Die Lebensdauer von Erdwärmepumpen liegt durchschnittlich bei 20 Jahren. Bei regelmäßiger und fachgerechter Wartung können sie sogar 25 bis 30 Jahre laufen. In Paris werden Bohrungen nach etwa 30 Jahren für 1-1,5 Millionen Euro erneuert, was deutlich günstiger ist als eine Neubohrung für 5 Millionen Euro.

Fördermöglichkeiten und Steuerersparnisse

Seit dem 1. Januar 2024 gilt die neue Förderrichtlinie “Bundesförderung für effiziente Gebäude” (BEG). Diese bezuschusst Heizungen wie folgt:

  1. Einkommensunabhängiger Fördersatz von 30% der Anschaffungs- und Investitionskosten
  2. Bis zu 20% Geschwindigkeitsbonus für schnellen Heizungstausch
  3. 5% Effizienzbonus (Geothermie)
  4. Bis zu 30% Zusatzförderung für Geringverdiener mit einem Haushaltseinkommen unter 40.000 € brutto

Die Gesamtförderung ist auf maximal 70% der Gesamtkosten begrenzt, mit einer maximal förderfähigen Investitionssumme von 30.000 € für ein Einfamilienhaus. In der Schweiz können zudem Kosten für energiesparende Investitionen steuerlich abgesetzt werden.

Energieeffizienz und Umweltvorteile

Geothermische Energie besticht durch ihre außergewöhnliche Umweltbilanz und Effizienz. Im Vergleich zu konventionellen Heizsystemen bietet sie erhebliche ökologische Vorteile, die sie zu einer zukunftssicheren Investition machen.

Jahresarbeitszahl (JAZ) verstehen

Die Jahresarbeitszahl ist die wichtigste Kenngröße einer Wärmepumpenanlage. Sie beschreibt das Verhältnis der über das Jahr abgegebenen Heizenergie zur aufgenommenen elektrischen Energie und liegt bei Erdwärmepumpen in der Größenordnung von 3 bis 4,5. Eine JAZ von 4 bedeutet, dass aus 1 kWh Strom 4 kWh Wärmeenergie erzeugt werden. Die entstandene Heizwärme besteht somit zu etwa drei Vierteln aus kostenloser Umweltwärme und einem Viertel aus elektrischer Energie.

Moderne Erdwärmepumpen arbeiten besonders effizient und erreichen JAZ-Werte deutlich über 4,5. Folgende Faktoren beeinflussen die JAZ:

  • Niedrige Vorlauftemperaturen (ideal etwa 35°C)
  • Qualität der Wärmequelle (Erdwärme bietet höhere Quellentemperaturen als Luft)
  • Gute Gebäudedämmung

CO2-Einsparung durch Geothermie

Geothermie gilt als CO2-neutral, da bei der Energieerzeugung selbst keine Treibhausgase wie bei fossilen Energien entstehen. Sie ist eine unerschöpfliche, saubere und kontinuierliche Energiequelle, die 24 Stunden täglich und 365 Tage im Jahr verfügbar ist. Untersuchungen zeigen, dass bis 2050 ein Viertel des gesamten Schweizer Wärmebedarfs durch Geothermie gedeckt werden kann, was einer jährlichen Einsparung von 4,5 Millionen Tonnen CO2 entspricht.

Kombination mit Photovoltaik

Besonders ökologisch wird meine Erdwärmeheizung, wenn ich sie mit einer Photovoltaik-Anlage kombiniere. Damit kann ich den Strom, den ich mit der Wärmepumpe verbrauche, CO2-neutral erzeugen. In einem 150 m² großen Einfamilienhaus kann beispielsweise eine 3-kW-Solaranlage bis zu 70% des Jahresverbrauchs der geothermischen Wärmepumpe decken.

Die Vorteile dieser Kombination sind vielfältig:

  • Maximale Energieeinsparung durch selbst erzeugten Strom
  • Energieunabhängigkeit und Schutz vor Preiserhöhungen
  • Schnellere Amortisation der Gesamtanlage

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Grundwasserschutz und Nachhaltigkeit

Der Untergrund und das darin zirkulierende Grundwasser bieten ein hohes Energiepotenzial für die nachhaltige Gewinnung von Wärme und Kälte. Dabei ist der langfristige Schutz des Grundwassers für die Trinkwassergewinnung in Menge und Qualität sicherzustellen. Der Kanton Zürich will in den nächsten Jahrzehnten die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und den Ausstoß von CO2 stark vermindern. Die Nutzung von Erdwärme darf keinesfalls zur Verunreinigung des Grundwassers führen oder dieses zu stark erwärmen oder abkühlen.

Schlussfolgerung

Geothermie stellt zweifellos eine zukunftsweisende Lösung für die Wärmeversorgung unserer Häuser dar. Nach eingehender Betrachtung aller Aspekte wird deutlich, dass die anfänglich höheren Investitionskosten durch die erheblichen langfristigen Einsparungen mehr als ausgeglichen werden. Die Amortisationszeit von 10 bis 15 Jahren mag zunächst lang erscheinen, jedoch überzeugt die Lebensdauer von bis zu 30 Jahren bei fachgerechter Wartung.

Besonders beeindruckend bleibt die außergewöhnliche Effizienz dieser Technologie. Eine Erdwärmepumpe erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom bis zu 5,3 Kilowattstunden Wärme – ein Wirkungsgrad, den konventionelle Heizsysteme niemals erreichen können. Dazu kommt die kontinuierliche Verfügbarkeit unabhängig von Wetterbedingungen und Jahreszeiten.

Umweltvorteile sprechen ebenso für die Geothermie. Die praktisch emissionsfreie Energiegewinnung trägt wesentlich zum Klimaschutz bei. Kombiniert mit einer Photovoltaikanlage lässt sich sogar eine nahezu vollständige Energieautarkie erreichen.

Allerdings sollte niemand die Planung unterschätzen. Die sorgfältige Standortanalyse, Einholung notwendiger Genehmigungen und Beauftragung qualifizierter Fachfirmen bilden die Grundlage für den Erfolg meines Projekts. Staatliche Fördermittel machen diese zukunftssichere Investition dennoch für viele Hausbesitzer erschwinglich.

Zusammenfassend bietet Geothermie trotz der höheren Anfangsinvestition eine wirtschaftlich sinnvolle, umweltfreundliche und zukunftssichere Heizlösung. Wer langfristig denkt, wird die Vorzüge dieser Technologie schätzen – konstante Wärme aus der Tiefe der Erde, die praktisch unbegrenzt zur Verfügung steht.

FAQs

Q1. Wie funktioniert eine Erdwärmepumpe? Eine Erdwärmepumpe entzieht dem Erdreich Wärme und wandelt sie in nutzbare Heizenergie um. Sie arbeitet ähnlich wie ein umgekehrter Kühlschrank, indem sie die konstante Temperatur des Untergrunds nutzt, um Wärme zu gewinnen und diese auf ein höheres Temperaturniveau zu bringen.

Q2. Wie hoch sind die Kosten für eine Geothermieanlage? Die Gesamtkosten für eine Erdwärmepumpe in einem Einfamilienhaus liegen zwischen 28.550 und 51.250 €. Dies umfasst die Anschaffung der Wärmepumpe, Installation, Bohrungen oder Flächenkollektoren sowie weitere notwendige Komponenten.

Q3. Wie effizient ist eine Geothermieanlage im Vergleich zu herkömmlichen Heizungen? Erdwärmepumpen sind sehr effizient und erreichen Jahresarbeitszahlen von 4,5 bis 5,3. Das bedeutet, dass aus einer Kilowattstunde Strom bis zu 5,3 Kilowattstunden Wärme erzeugt werden können, was deutlich effizienter ist als konventionelle Heizsysteme.

Q4. Welche Genehmigungen benötige ich für eine Geothermieanlage? In der Schweiz ist grundsätzlich eine kommunale Baubewilligung erforderlich. Zusätzlich muss ein Antrag bei der Standortgemeinde gestellt werden, die diesen an den Kanton weiterleitet. Die genauen Anforderungen können je nach Region variieren.

Q5. Wie umweltfreundlich ist Geothermie wirklich? Geothermie gilt als sehr umweltfreundlich, da bei der Energieerzeugung selbst keine Treibhausgase entstehen. Sie ist eine erneuerbare Energiequelle, die kontinuierlich verfügbar ist und in Kombination mit Photovoltaik sogar eine nahezu CO2-neutrale Wärmeversorgung ermöglicht.