
Wusstest du, dass wir Europäer im Schnitt ein Drittel unserer Lebensmittel wegwerfen? Diese erschreckende Zahl zeigt, wie wichtig nachhaltige Lösungen für unsere Küchenabfälle sind. Genau hier kommt Bokashi ins Spiel – eine faszinierende japanische Methode, die auf Deutsch etwa “fermentierte organische Materie” bedeutet.
Im Gegensatz zum traditionellen Komposthaufen basiert der Bokashi-Kompost auf einem anaeroben Fermentierungsprozess. Dabei entstehen keine faulenden und somit stinkenden Gase. Besonders beeindruckend: In nur 2-4 Wochen ist die Bokashi-Fermentation abgeschlossen, deutlich schneller als bei normalem Kompost. Während dieses Prozesses bilden sich wertvolle Vitamine, Enzyme, Aminosäuren und Antioxidantien – ähnlich wie bei der Sauerkraut-Herstellung.
Was Bokashi besonders für Stadtbewohner attraktiv macht, ist die Möglichkeit, hochwertigen Dünger direkt in der eigenen Küche herzustellen. Der fermentierte Bokashi-Kompost aktiviert den Boden und fördert gesundes Gemüsewachstum, ohne dass chemische Pflanzenschutzmittel nötig sind. Allerdings hat Bokashi einen sehr niedrigen pH-Wert und darf deshalb nicht unmittelbar mit Pflanzenwurzeln in Kontakt kommen.
In diesem Artikel erklären wir dir Schritt für Schritt, wie du mit dem Bokashi-System beginnen kannst, welche Materialien du benötigst und wie du häufige Probleme vermeidest. Lass uns gemeinsam entdecken, wie wir durch Fermentieren statt Verrotten einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen leisten können!
Was ist Bokashi und wie unterscheidet es sich vom Kompost?
Bokashi ist eine jahrhundertealte japanische Methode zur Behandlung von organischen Abfällen. Der Begriff “bokashi” bedeutet übersetzt “fermentierte organische Materie”. Im Gegensatz zu traditionellem Kompostieren handelt es sich hierbei um einen völlig anderen biologischen Prozess, der unser Verständnis von Abfallverwertung grundlegend verändert. Zum Bestellen https://www.em-schweiz.ch/bokashi
Bokashi vs. Kompost: Der Unterschied
Der wesentliche Unterschied zwischen Bokashi und Kompost liegt in der An- oder Abwesenheit von Sauerstoff:
- Kompostieren ist ein aerober Prozess, der Sauerstoff benötigt. Hierbei werden komplexe organische Moleküle hauptsächlich in Kohlendioxid und Wasser zersetzt. Das Endprodukt ist Humus, bei dem das Ausgangsmaterial nicht mehr erkennbar ist.
- Bokashi hingegen ist ein anaerober Fermentationsprozess, der unter Luftabschluss stattfindet. Dabei bleibt das Ausgangsmaterial zunächst erhalten und wird erst beim Einbringen in den Boden vollständig zersetzt.
Ein bemerkenswerter Vorteil der Bokashi-Methode: Sie ist deutlich schneller als herkömmliches Kompostieren und benötigt nur 10-14 Tage gegenüber mehreren Wochen bis Monaten beim traditionellen Kompost. Darüber hinaus produziert Bokashi durchschnittlich 16-mal weniger Treibhausgase als die offene Kompostierung und erhält mehr Nährstoffe und organischen Kohlenstoff.
Was bedeutet Fermentation?
Bei der Fermentation handelt es sich um einen Konservierungsprozess, ähnlich wie bei eingelegten Lebensmitteln. Die Mikroorganismen im Bokashi-System verbrauchen nur kleine Mengen organischer Substanz, um verschiedene organische Säuren zu produzieren, darunter Milchsäure, Buttersäure und Essigsäure.
Tatsächlich ähnelt der Bokashi-Prozess der Weinherstellung. Die Abwesenheit von Sauerstoff und die relative Säure verhindern die Entstehung von Fäulnisbakterien, die normalerweise Gase und unangenehme Gerüche verursachen. Stattdessen werden sie von anaeroben Organismen verzehrt, die bei Sauerstoffmangel gedeihen.
Die beim Bokashi verwendeten effektiven Mikroorganismen gehören hauptsächlich zu drei Stämmen: Hefen (Saccharomyces spp.), Milchsäurebakterien (Lactobacillus spp.) und phototrophe Purpurbakterien (Rhodopseudomonas spp.). Diese Mikroorganismen nutzen Enzyme, um die Abfälle abzubauen und erzeugen dabei viele nützliche Metaboliten, einschliesslich Pflanzenhormone, die das Pflanzenwachstum fördern.
Warum anaerob statt aerob?
Der anaerobe Fermentationsprozess bietet gegenüber der aeroben Kompostierung mehrere entscheidende Vorteile:
Erstens bleibt bei der Fermentation wesentlich mehr Kohlenstoff erhalten. Während bei der Kompostierung ein Grossteil der chemischen Energie als Wärme freigesetzt und Kohlenstoff als CO₂ in die Atmosphäre abgegeben wird, wird bei Bokashi nahezu der gesamte Kohlenstoff im Boden gebunden.
Zweitens verhindert der niedrige pH-Wert (typischerweise um 4,0) und die anaerobe Umgebung das Überleben von Krankheitserregern. Tests mit Laborkulturen haben gezeigt, dass Colibakterien, einschliesslich Salmonellen, in dieser Fermentationsumgebung nicht überleben können.
Drittens ist die Bokashi-Fermentation wesentlich weniger empfindlich gegenüber dem Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis als die Kompostierung. Somit kann eine breitere Palette organischer Abfälle ohne Störung des Prozesses hinzugefügt werden, einschliesslich Fleisch- und Milchprodukte.
Nicht zuletzt erhält man als Nebenprodukt eine nährstoffreiche Fermentationsflüssigkeit, die als Pflanzendünger verwendet werden kann. Richtig angewandt, führt der Bokashi-Prozess zu einer gesünderen Bodenstruktur, reichhaltigerem Pflanzenwachstum und trägt erheblich zum Umweltschutz bei.
Was du für die Bokashi-Herstellung brauchst
Für den Einstieg in die Bokashi-Fermentation benötigst du eine überschaubare Anzahl von Utensilien. Die richtige Auswahl dieser Materialien ist entscheidend für den Erfolg deines Bokashi-Projekts. Im Folgenden stelle ich dir alles vor, was du für einen gelungenen Start brauchst.
Bokashi Eimer und Zubehör
Das Herzstück deiner Bokashi-Ausrüstung ist ein spezieller, luftdichter Behälter – der Bokashi-Eimer. Er unterscheidet sich von gewöhnlichen Komposteimern durch mehrere wichtige Eigenschaften:
Ein luftdichter Verschluss ist unverzichtbar, da der Fermentationsprozess anaerob (ohne Sauerstoff) ablaufen muss. Dies verhindert auch unangenehme Gerüche in deiner Küche.
Ausserdem verfügt ein guter Bokashi-Eimer über einen Ablasshahn (Spigot), mit dem du regelmässig die entstehende Fermentationsflüssigkeit – auch Bokashi-Tee genannt – ablassen kannst. Diese nährstoffreiche Flüssigkeit dient als hervorragender Dünger für deine Pflanzen oder kann sogar als Rohrreiniger verwendet werden.
Viele Bokashi-Eimer besitzen zudem einen Siebeinsatz oder eine perforierte Bodenplatte, die dafür sorgt, dass die festen Bestandteile von der Flüssigkeit getrennt werden. Dies ist besonders wichtig, um ein Verstopfen des Ablasshahns zu verhindern.
Komplett-Sets enthalten normalerweise zwei Eimer, sodass du einen befüllen kannst, während der andere seinen 14-tägigen Fermentationszyklus durchläuft. Zusätzlich gehören oft ein Stempel zum Verdichten der Abfälle und ein Messlöffel für das Bokashi-Ferment zum Lieferumfang.
Effektive Mikroorganismen (EM) verstehen
Der Begriff “Effektive Mikroorganismen” (EM) bezeichnet eine Mischung nützlicher Mikroorganismen, die den Fermentationsprozess steuern. Diese Mikroorganismen werden üblicherweise in Form von Bokashi-Ferment oder Bokashi-Kleie verwendet.
Die EM-Mischung besteht hauptsächlich aus drei Mikroorganismengruppen:
- Milchsäurebakterien (Lactobacillus)
- Hefen (Saccharomyces)
- Phototrophe Bakterien (Rhodopseudomonas)
Diese Mikroorganismen arbeiten synergistisch zusammen und wandeln deine Küchenabfälle in wertvollen Vorkompost um. Sie sorgen dafür, dass der pH-Wert niedrig bleibt, wodurch Fäulnisbakterien und Krankheitserreger keine Chance haben.
Das Bokashi-Ferment kaufst du entweder fertig als “Bokashi-Kleie” oder stellst es selbst her. Für die Eigenproduktion benötigst du EM-1 (die Basismischung der Mikroorganismen), Wasser, Melasse als Nahrung für die Mikroben und ein Trägermaterial wie Weizenkleie.

Was darf in den Eimer – und was nicht?
Ein grosser Vorteil der Bokashi-Methode ist, dass du deutlich mehr Küchenabfälle verwerten kannst als beim herkömmlichen Kompostieren. Folgendes darf in den Bokashi-Eimer:
- Obst- und Gemüsereste inklusive Zitrusfrüchte und Bananenschalen
- Gekochte Speisereste aller Art
- Fleisch und Fisch (auch roh)
- Kleinere Knochen
- Milchprodukte wie Käse und Joghurt
- Eier und Eierschalen
- Brot und andere Backwaren
- Kaffeesatz und Teebeutel
- Verwelkte Blumen oder Schnittgras
Diese Vielseitigkeit macht Bokashi besonders wertvoll für Haushalte, die möglichst wenig Biomüll produzieren möchten. Forschungen zeigen, dass Heimkompostierung das Volumen von Bioabfällen um bis zu 25% reduzieren kann.
Allerdings gibt es auch Dinge, die nicht in den Bokashi-Eimer gehören:
- Flüssigkeiten jeder Art (Wasser, Öl, Essig, Saft, Milch)
- Stark verschimmelte Lebensmittel
- Grosse Knochen
- Asche
- Tierkot
- Papier und Pappe in grösseren Mengen
Zu viel Feuchtigkeit im Eimer würde das Wachstum und die Vermehrung der Mikroorganismen hemmen und dadurch den Fermentationsprozess beeinträchtigen.
Bokashi herstellen – Schritt für Schritt
Nachdem du alle notwendigen Materialien zusammengetragen hast, geht es nun an die praktische Umsetzung. Der Bokashi-Prozess ist recht simpel, erfordert jedoch einige wichtige Schritte, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
- Eimer vorbereiten
Zunächst musst du dein Bokashi-System einrichten. Bei einem Zwei-Eimer-System bohrst du in den Boden des inneren Eimers etwa 20-30 kleine Löcher (2-3 mm Durchmesser). Diese sorgen für die Drainage der Fermentationsflüssigkeit.
Falls dein Bokashi-System einen Ablasshahn haben soll, markiere an der Aussenseite des unteren Eimers eine Stelle möglichst weit unten und schneide dort ein passendes Loch. Danach befestigst du den Hahn mit etwas Dichtungsmasse, um ein Auslaufen zu verhindern.
Überprüfe anschliessend, ob die Eimer gut übereinanderpassen und keine Luft zwischen ihnen gelangt. Eine luftdichte Umgebung ist für den anaeroben Fermentationsprozess unerlässlich. Lege zum Schluss ein Stück Stoff oder feinmaschiges Netz auf den Boden des inneren Eimers, damit keine festen Bestandteile in die Löcher gelangen.
- Küchenabfälle sammeln und zerkleinern
Sammle deine organischen Küchenabfälle in einem separaten Behälter. Je kleiner du die Abfälle zerkleinerst, desto schneller werden sie später fermentieren. Schneide grössere Stücke wie Eierschalen oder Zitrusschalen in kleinere Stücke.
Wichtig hierbei: Schneide die Abfälle möglichst auf eine Grösse von 2-3 cm, um die Oberfläche zu vergrössern. Dadurch können die Mikroorganismen effizienter arbeiten. Ein Schneidebrett und ein scharfes Messer sind hierfür ausreichend – du kannst die Abfälle gleich nach dem Kochen zerkleinern, wenn du Schneidebrett und Messer ohnehin spülen musst.
- EM hinzufügen und Schichten aufbauen
Streue eine dünne Schicht Bokashi-Ferment (etwa 20 ml oder 1-2 Esslöffel) auf den Boden deines vorbereiteten Eimers. Dies schafft ideale Startbedingungen für die Mikroorganismen.
Füge nun eine etwa 3-4 cm hohe Schicht deiner zerkleinerten Küchenabfälle hinzu. Darauf kommt wieder eine Schicht Bokashi-Ferment. Die Faustregel lautet: Auf jeden 3-4 cm Abfallschicht folgen etwa 20 ml Ferment. Besprühe jede neue Schicht leicht mit den effektiven Mikroorganismen, bis sie leicht feucht glänzt.
Wiederhole diesen Vorgang, bis der Eimer voll ist – immer im Wechsel Abfälle und Ferment. Eine gute Durchmischung verschiedener Materialien in jeder Schicht ist ideal.
- Verdichten und luftdicht verschliessen
Nach jeder hinzugefügten Schicht ist es entscheidend, die Masse zu verdichten, um Lufteinschlüsse zu minimieren. Benutze dafür einen Kartoffelstampfer oder einen speziellen Bokashi-Stempel. Alternativ kannst du auch einen alten Teller verwenden, um die Masse nach unten zu drücken.
Für zusätzlichen Druck empfiehlt sich, die oberste Schicht mit einem mit Sand oder Wasser gefüllten Beutel zu beschweren. Dies ist besonders wichtig, solange der Eimer noch nicht vollständig gefüllt ist.
Verschliesse den Eimer nach jeder Befüllung sofort wieder luftdicht. Öffne ihn nur, wenn du neue Abfälle hinzufügst, und halte diese Zeiten so kurz wie möglich. Jeder Sauerstoffkontakt verlangsamt den Fermentationsprozess.
- Fermentieren lassen und Bokashi-Saft ablassen
Kontrolliere alle 2-3 Tage, ob sich Flüssigkeit am Boden des äusseren Eimers gesammelt hat. Diese Bokashi-Flüssigkeit, auch Bokashi-Tee genannt, enthält wertvolle Nährstoffe und sollte regelmässig abgelassen werden:
- Drehe den Hahn auf und lasse die Flüssigkeit in einen Behälter ab
- Verdünne den Saft im Verhältnis 1:100 mit Wasser als Pflanzendünger
- Unverdünnt eignet er sich hervorragend als Rohrreiniger für Abflüsse
Sobald dein Eimer voll ist, verschliesse ihn fest und lasse ihn für 10-14 Tage an einem warmen Ort stehen. Während dieser Zeit setzt sich der Fermentationsprozess fort. Vergiss nicht, weiterhin regelmässig die Flüssigkeit abzulassen.
Nach Ablauf dieser Zeit riecht der fertige Bokashi-Kompost leicht säuerlich, ähnlich wie Sauerkraut oder eingelegtes Gemüse. Dies ist ein gutes Zeichen – dein Bokashi ist nun fertig und kann im Garten oder in Pflanzkübeln verwendet werden! Unter https://www.umweltberatung.at/bokashi finden Sie mehr.
Häufige Probleme und wie du sie vermeidest
Bei der Bokashi-Methode können verschiedene Probleme auftreten, die du jedoch leicht beheben kannst, wenn du sie frühzeitig erkennst. Mit ein paar einfachen Massnahmen stellst du sicher, dass dein Bokashi-Prozess optimal verläuft.
Weisser vs. grüner Schimmel
Der weisse, flauschige Schimmel in deinem Bokashi-Eimer ist tatsächlich ein gutes Zeichen! Hierbei handelt es sich um einen Pilz, der anzeigt, dass die Fermentation anstelle der Verrottung stattfindet. Dieser weisse Schimmel ist vollkommen unbedenklich und bestätigt, dass dein Bokashi-System einwandfrei funktioniert.
Allerdings weisen grüne, blaue oder schwarze Schimmelarten darauf hin, dass etwas schiefgelaufen ist. Diese dunklen Schimmelarten bedeuten, dass deine Küchenabfälle verfaulen anstatt zu fermentieren. Bei kleinen Mengen schwarzen oder grünen Schimmels kannst du diesen entfernen und mehr Bokashi-Kleie hinzufügen. Bei starkem Befall musst du hingegen den Inhalt entsorgen oder kompostieren und den Eimer neu beginnen.
Geruchsprobleme richtig deuten
Ein gesunder Bokashi-Eimer riecht säuerlich und leicht süsslich, ähnlich wie Essig oder eingelegtes Gemüse. Dieser Geruch zeigt an, dass die Fermentation ordnungsgemäss verläuft.
Wenn dein Bokashi-System jedoch nach faulen Eiern, verdorbenem Fleisch oder üblem Kohl riecht, findet keine Fermentation, sondern ein Verfaulungsprozess statt. Die häufigste Ursache für schlechte Gerüche ist zu viel Feuchtigkeit im Eimer. Andere mögliche Gründe sind:
- Unzureichende Menge an Bokashi-Kleie
- Nicht luftdicht verschlossener Eimer
- Zu hohe Temperaturen
- Vergessene Flüssigkeitsableitung
Um Geruchsprobleme zu beheben, füge mehr Bokashi-Ferment hinzu, überprüfe den Deckel auf Dichtheit und achte darauf, den Bokashi-Saft regelmässig abzulassen.

Was tun bei zu viel oder zu wenig Flüssigkeit?
Sowohl zu viel als auch zu wenig Feuchtigkeit kann Probleme verursachen. Bei zu feuchtem Inhalt können die Mikroorganismen “ertrinken”, während sie bei zu trockenem Inhalt inaktiv werden.
Bei überschüssiger Feuchtigkeit:
- Lasse den Bokashi-Saft häufiger ab
- Füge trockene Materialien wie zerknülltes Zeitungspapier oder trockenes Brot hinzu
- Achte darauf, keine zu nassen Küchenabfälle einzubringen
Bei zu trockenen Bedingungen:
- Füge mehr feuchte Küchenabfälle hinzu
- Befeuchte den Inhalt leicht mit Wasser, aber nicht zu stark
Falls keine Flüssigkeit aus dem Hahn kommt, prüfe, ob dieser verstopft ist. Manchmal können kleine Nahrungspartikel den Abfluss blockieren. Bei einem undichten Hahn musst du möglicherweise die Dichtungsringe austauschen oder etwas Klempnerband am Gewinde anbringen.
Wie du Bokashi richtig verwendest
Nach der erfolgreichen Fermentation deines Bokashis gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie du das fermentierte Material und den Bokashi-Saft sinnvoll nutzen kannst.
Vererden im Garten oder Topf
Das fertige Bokashi-Material sieht noch erstaunlich ähnlich aus wie deine ursprünglichen Küchenabfälle – das ist völlig normal. Es handelt sich um einen Vorkompost, der erst im Boden vollständig zersetzt wird. Im Garten kannst du einen etwa 25 cm tiefen Graben ausheben, das Bokashi einbringen und mit Erde bedecken. Nach 2-4 Wochen ist der Zersetzungsprozess abgeschlossen, und der Bereich kann bepflanzt werden.
Alternativ kannst du eine “Bodenfabrik” anlegen – ein begrenzter Bereich, in dem du mehrere Bokashi-Chargen mit Erde mischst. Dies eignet sich besonders gut für Städter mit begrenztem Platz. Für Topfpflanzen mischst du das Bokashi-Material mit Gartenerde oder Blumenerde in einem separaten Behälter und lässt die Mischung einige Wochen ruhen, bevor du sie verwendest.
Bokashi-Saft als Dünger oder Rohrreiniger
Der Bokashi-Saft enthält wertvolle Nährstoffe, Enzyme, natürliche Antibiotika und Antioxidantien. Als Pflanzendünger musst du ihn verdünnen: bei wöchentlicher Bewässerung im Verhältnis 1:100 (10 Liter Wasser auf 1 dl Saft), bei mehrmaliger Bewässerung pro Woche im Verhältnis 1:200.
Giesse den verdünnten Saft direkt auf die Erde, niemals auf die Blätter oder Früchte. Unverdünnter Bokashi-Saft eignet sich hervorragend als umweltfreundlicher Rohrreiniger und beseitigt unangenehme Gerüche aus Abflüssen.
Bokashi im Winter lagern und nutzen
Während der Wintermonate kannst du den Bokashi-Prozess ohne Unterbrechung fortsetzen, da der Eimer grundsätzlich in der Küche aufbewahrt wird. Für die fertige Bokashi-Masse gibt es mehrere Lagerungsmöglichkeiten:
- In Eimern aufbewahren, auch bei Minustemperaturen
- In grössere Behälter mit Zeitungspapier schichten, um überschüssige Feuchtigkeit zu absorbieren
- In biologisch abbaubaren Beuteln lagern
- Als “Bodenfabrik” in Pflanzkübeln vorbereiten
Die Mikroorganismen gehen bei Temperaturen unter +6°C in eine Art Winterschlaf und werden im Frühling wieder aktiv. Du kannst den wertvollen Bokashi-Vorrat im Frühling für Gewächshaus, Gemüsebeet oder Blumentöpfe nutzen und so einen optimalen Start in die Gartensaison ermöglichen.
Schlussfolgerung
Bokashi stellt zweifellos eine revolutionäre Alternative zur klassischen Kompostierung dar. Mit diesem japanischen Fermentationsverfahren können wir nahezu alle Küchenabfälle verwerten und dabei wertvolle Nährstoffe für unsere Pflanzen gewinnen. Besonders bemerkenswert ist die Zeitersparnis – während herkömmlicher Kompost Monate benötigt, ist unser Bokashi bereits nach 2-4 Wochen einsatzbereit.
Die anaerobe Fermentation bietet zusätzlich erhebliche Umweltvorteile. Tatsächlich produziert diese Methode deutlich weniger Treibhausgase als traditionelles Kompostieren und bindet mehr Kohlenstoff im Boden. Der Bokashi-Prozess funktioniert ausserdem ganzjährig, selbst im Winter können wir kontinuierlich Bokashi herstellen und für die kommende Gartensaison bevorraten.
Natürlich erfordert die Bokashi-Methode etwas Aufmerksamkeit und Sorgfalt. Dennoch bleibt der Prozess überschaubar und mit wenigen Handgriffen umsetzbar. Wir müssen lediglich auf luftdichte Verschlüsse achten, regelmässig den nährstoffreichen Bokashi-Saft ablassen und unsere Küchenabfälle schichtweise mit dem Ferment versetzen.
Abschliessend lässt sich sagen: Bokashi vereint Nachhaltigkeit mit Effizienz. Diese Methode ermöglicht uns, direkt zuhause wertvolle Ressourcen aus unseren Küchenabfällen zu erzeugen – ohne unangenehme Gerüche, ohne komplizierte Verfahren und mit vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten. Warum also weiterhin wertvolle Biomasse verschwenden, wenn wir sie so einfach in kostbaren Dünger verwandeln können? Probiere Bokashi aus und erlebe selbst, wie aus vermeintlichem Abfall ein wertvoller Bodenschatz entsteht!
FAQs
Q1. Wie unterscheidet sich Bokashi von herkömmlichem Kompost? Bokashi ist ein anaerober Fermentationsprozess, der in nur 2-4 Wochen abgeschlossen ist. Im Gegensatz dazu benötigt traditionelles Kompostieren Sauerstoff und mehrere Monate. Bokashi produziert weniger Treibhausgase und erhält mehr Nährstoffe.
Q2. Was kann ich in meinen Bokashi-Eimer geben? In den Bokashi-Eimer können die meisten Küchenabfälle, einschliesslich Obst- und Gemüsereste, gekochte Speisen, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Brotreste. Vermeiden Sie jedoch Flüssigkeiten, grosse Knochen, Asche und Papier in grösseren Mengen.
Q3. Wie lange dauert der Bokashi-Fermentationsprozess? Der Fermentationsprozess in einem vollen, luftdicht verschlossenen Bokashi-Eimer dauert etwa 14 Tage. Danach ist das fermentierte Material bereit zur Verwendung im Garten oder in Pflanzgefässen.
Q4. Wie verwende ich den fertigen Bokashi-Kompost? Sie können den fermentierten Bokashi im Garten eingraben, mit Erde mischen für Topfpflanzen oder in einer “Bodenfabrik” weiter verarbeiten. Nach 2-4 Wochen im Boden ist der Zersetzungsprozess abgeschlossen und der Bereich kann bepflanzt werden.
Q5. Was mache ich mit dem Bokashi-Saft? Der Bokashi-Saft ist ein nährstoffreicher Flüssigdünger. Verdünnen Sie ihn im Verhältnis 1:100 bis 1:200 mit Wasser zur Pflanzenbewässerung. Unverdünnt eignet er sich auch hervorragend als natürlicher Rohrreiniger für Abflüsse.
